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Stolz spricht aus der Feststellung, das sumpfige Ebro Delta sei trockengelegt. Nun gäbe es fruchtbares Ackerland. Heutzutage werden Kanäle zugeschüttet, um eine Wiedervernässung von Sumpf und Moor zu erreichen. Und so mag man die einleitende Geschichte gerade noch als historische Sünde des 18. Jahrhunderts hinnehmen. Und kann selbst damit beginnen, Felder im fruchtbarere Schwemmland des Ebro Deltas anzulegen und Gebäude zu errichten.

Cultivo
Zunächst wird ein lückenloses Landschaftsbild aus Z-förmigen Pappstücken ausgelegt. In immer wieder anderer Anordnung zeigen sie Felder mit leckeren oder nützlichen Naturprodukten: Tomaten, Orangen, Trauben und Oliven, aber auch Holz und vor allem Weizen, weil man davon immer zu wenig hat, ihn aber ständig braucht. Jeder Spieler bekommt ein Tableau, auf dem er Gebäude abstellt. Und schließlich wird ein Markt mit allerlei nützlichem Zubehör eingerichtet. Da erkennt man den prinzipiellen Ablauf schnell: Die Produkte, die auf den Feldern geerntet werden, sind Zahlungsmittel für die Ausrüstungsgegenstände. Das ist raffiniert. Außer Weizen definiert jede Sorte jeweils eine Zeile und eine Spalte. Die zufällig ausgelegten Ausstattungsteile wie Karren, Kahn, Fass oder Werkzeug bringen nicht nur Siegpunkte, sondern geben auch vor, welche Menge an Produkten aus Spalte und Zeile für den Erwerb nötig sind. Zudem sind diese Teile auch Voraussetzung für den Bau von Burg, Kirche, Turm, Kloster und so fort.

Der Ablauf ist bestechend einfach. Man hat stets zwei Aktionen, mit denen Arbeiter eingesetzt oder verschoben werden, die Ernte einbringen oder die den Kauf von Ausrüstung oder Gebäuden erlauben. Das alles ist fein verzahnt, durch Wasserläufe im Spielareal angemessen erschwert, durch Farben strukturiert.

Das ist kein Spiel für Anfänger, sondern ein herausforderndes, anspruchsvolles und üppig ausgestattetes Familienspiel. Die Kombination aus modularem Spielplan und dem variablen Markt stellt sicher, dass man nie die gleiche Ausgangslage vorfindet.

Cultivo von Rita & Stefan Dorra und Andreas Zimmermann, Illu: Alexander Jung, Red: Henning Voss, Spiele-Faible, 2 bis 4 Sp. ab 12 J., ca. 60 bis 90 Min., ca. 50 €, spielefaible.de