Wenn ‚Kirche, Brunnen, Vergnügungspark, Garage, Wald und Autokino‘ zur Auswahl stehen, ist bei dem Stichwort ‚Abendmahl‘ leicht auf die Kirche als Ursprung zu tippen. Zu dieser hat ein Spieler den ‚Pfarrer‘ auf einen Block geschrieben. Der Nachbar in der Spielerrunde schrieb als Assoziation ‚Predigt‘ auf, verdeckte den Pfarrer und gab den Block weiter.
Mit dem Abendmahl endete die Weitergabe beim nächsten Spieler. Die Auflösung folgt. Reihum hat jeder auf einem fremden Block das letzte notierte Wort und dazu die sechs vorgegebenen Ausgangsbegriffe vor Augen.
Das Prinzip ist uralt und heißt immer schon „Stille Post“. Die hat nur einen Haken: Oft erschöpft sich der gute Ansatz, weil manchem Mitspieler kein brauchbares Ausgangswort einfällt. Diese Lücke schließt ‚Pass the Word‘ vortrefflich. Es gibt knapp hundert Begriffskarten in fünf Kategorien. Und die machen es wert, dieses alte Papier-und-Bleistiftspiel in industrieller Produktion zu kaufen. Denn die Vorstellungen machen bei diesen Vorgaben oft seltsame Sprünge. Welche Gedankenkette könnte zu einem Ursprungswort führen? „Siegerurkunde – Karate – Genickschlag à Mausefalle“. Da hat die zuschnappende Falle in eine sprachliche Falle geführt. Schön verzweigt sich bei retrograder Betrachtung auch „Blumenwiese – Landschaft – Kunstmaler“ was zum ‚Atelier‘ hätte führen sollen, sich aber zwischen ‚Garten, Berggipfel und Baumarkt‘ verhaspelte. Im Baumarkt kann man Pinsel und Farben kaufen…
Die Begründungen, wie eines zum anderen geführt haben könnte, sind oft abenteuerlich und bilden den eigentlichen Reiz. Die acht lackierten Blöcke putzt man nach jeder Runde wieder blank.
Pass the Word von Yaniv Kahana, Illu: Felix Wermke, Piatnik, 4 – 8 Sp. ab 10 J., ca. 20 Min., ca. 18 €, piatnik.com



