Am 2. August 2022 kann man nach über zweijähriger Corona-Pause im Aschheimer Spiele-Treff endlich wieder die Würfel rollen lassen. Die Wiederaufnahme der vierzehntägigen Spieleabende war von vielen schon lange heiß ersehnt.

Am Dienstag, 24. Mai um 19 Uhr nimmt das Bayerische Spiele-Archiv die jahrzehntelange Tradition des Haarer Spiele-Abends wieder auf. So lange das Haarer Bürgerhaus umgebaut wird, bietet das Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe Haar, in der Salzgasse 2 ausreichenden Spiel-Raum.

Nach mehr als zwei Jahren haben wir die Erfassung unserer Spielesammlung im Rathaus Haar abgeschlossen. Damit haben vor allem die Kinderspiele von HABA, Selecta, aber auch Piatnik, Jumbo, Matell und einigen kleineren Verlagen eine neue Heimat gefunden. 

Im Dezember 2021 und im Januar des neuen Jahres kann man sich in der Aschheimer Gemeindebücherei im Kulturellen Gebäude wieder über die ausgezeichneten Brett- und Kartenspiele des Jahrgangs 2021 informieren. Diese schon traditionelle Ausstellung mit den Preisträgern zum renommierten Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ wird von der Gemeindebücherei und dem Aschheimer Spiele-Treff organisiert.

Mit der feierlichen Übergabe der Urkunde wollte Albert Füracker, Bayerns Staatsminister der Finanzen und für Heimat schon vor mehr als einem Jahr das Bayerische Spiele-Archiv auszeichnen. Ein Antrag bei der UNESCO führte zum Eintrag in das Register Guter Praxisbeispiele zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes „Brettspiele spielen“ in der Bayerischen Landesliste. Den Antrag hatte Tom Werneck, Leiter des Bayerischen Spiele-Archivs Haar zusammen mit  Prof. Dr. Karin Falkenberg, Deutsches Spielearchiv Nürnberg und Spielzeug­museum Nürnberg gestellt. Zweimal wurde der Übergabetermin wegen Corona verschoben. Doch am 23. September holt nun der Minister in einem kleinen Festakt die Ehrung in Nürnberg nach.

Das Register Guter Praxisbeispiele macht als Teil des Bayerischen Landes­verzeichnis erfolgreiche und innovative Programme und Projekte sichtbar, die den Grundsätzen und Zielen des Übereinkommens zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes der UNESCO in besonderer Weise entsprechen. Das Verzeichnis zeigt exemplarisch, welche lebendigen kulturellen Traditionen und Ausdrucks­formen in Bayern praktiziert und weitergegeben werden. Ziel ist es, die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Bayern zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.

Insgesamt wurden in das bayerische Register Guter Praxisbeispiele erst drei Modellprogramme zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Förderung des Spiels durch das Deutsche Spielearchiv Nürnberg, das Spiel­zeugmuseum Nürnberg und das Bayerische Spiele-Archiv Haar ist der vierte Eintrag.

Über Aufnahmen in das bayerische Landesverzeichnis und das bundesweite Verzeichnis wird regelmäßig in einem mehrstufigen Verfahren entschieden. Die Erstellung nationaler Register ist eine Verpflichtung aus dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, dem Deutsch­land 2013 beigetreten ist.

Die beiden Initiatoren betrachten die Aufnahme in dieses Register nicht nur als An­erkennung der kulturerhaltenden Leistung der beteiligten Institutionen, son­dern auch als wichtigen Zwischenschritt, dem gemeinsamen Spiel in Familie und Gesellschaft Aufmerksamkeit und Anerkennung als bedeutendes Kulturgut zukommen zu lassen.

Werneck arbeitet derzeit bereits an zwei weiteren UNESCO-Anträgen, die Ende November eingereicht werden sollen.